Kupferzeche Hüttau *Ausflugstipp*

Die Kupferzeche in Hüttau hat in der Region eine besondere Bedeutung – ist sie doch ein gut erhaltenes Schaubergwerk, das bis heute einen hohen Stellenwert in Ennspongaus Geschichte hat. Sie ist mit dem Auto direkt zu erreichen und für Kinder ab 4 Jahre zu besichtigen. Kindgerecht aber auch mit interessanten Fakten für Erwachsene wird von Freiwilligen des Vereins leicht verständlich erklärt und gezeigt, was damals in der Kupferzeche alles abgebaut und weiterverarbeitet wurde.

 

Kupfer spielte in Larzenbach in Hüttau 600 Jahre lang eine große Rolle. Der Ortsname Hüttau leitet sich von den Hüttenanlagen am Weyeranger zwischen Hüttau und Niedernfritz ab, wo das gewonnene Erz verarbeitet wurde. Alles begann vor etwa 400 Millionen Jahren im Erdaltertum (=Altpaläozoikum). So lange liegt der Ursprung dieser Kupferlagerstätte schon zurück.
Gebirgsbildungsvorgänge und Verschiebungen haben die Lagerstätte beansprucht und zu dem gemacht, was die Knappen im Mittelalter vorfanden.

Warum das Metall schon damals so gefragt war und bis heute ist, wird ebenfalls gut erklärt. Kupfer ist Bestandteil von Bronze und Messing. In der Waffenindustrie waren diese Produkte sehr gefragt und ein kleiner Anteil wurde auch für Hausrat (z.B. Geschirr) verwendet. Auch heute finden wir fast überall Kupfer – in Dachrinnen, Dacheinfassungen, Scharniere, Türschnallen, Elektrokabel, Glocken (Bronze), Schmuck (Messing), Geschirr, …

Doch wie begann der Kupferabbau in Hüttau?

Der Kupferabbau hat im Land Salzburg sehr alte Tradition. Im Mittelalter war der Kupferabbau im Hüttauer Raum am Igelsbach und in Gielach von großer wirtschaftlicher Bedeutung, genauso wie am Schwemmberg bei Radstadt, um St.Veit im Pongau. Von der Zeche am Larzenbach nimmt man an, dass sie schon im 13. Jh. betrieben wurde. Die erste urkundliche Erwähnung ist datiert mit 1549. Als Gewerke oder Bergwerksbesitzer werden die Perner und die Feuersenger genannt. Das repräsentative Gewerkenhaus aus der Zeit von 1594 steht im Zentrum von Hüttau und beherbergt heute unter anderem das Gemeindeamt und einen Gasthof.

Von 1540 – 1554 war Herzog Ernst von Bayern Landesfürst von Salzburg. Aus dieser Zeit stammen die Aufzeichnungen von Herrn Hannsen Goldseisen. Er war der „Pfennigmeister“ des Landesfürsten und hatte auch die Lohnauszahlungen, die sogenannten Raitungen, in den Bergbaugebieten durchzuführen, in Hüttau ebenso wie in Rauris und Gastein. Von 1552 – 1554 sind genaue Gehaltstabellen und Rechnungen vorhanden. Sehr detaillierte Reisekostenabrechnungen von Goldseisens Reisen nach Hytta bzw. Hüt(t)aw oder Hüetaw liegen vor, ebenso wie genaue Listen der ca. 150 Lohnempfänger.

Am Ende des 17. aber vor allem im 18. Jh. ging die Förderung aller Erze aus der Bergbautätigkeit stark zurück. Von 1586 – 1612 war Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau in Salzburg an der Macht. Ab 1600 „privatisierte“ er die Bergbaue und die Gewerken mussten nun alleine für die Wirtschaftlichkeit Sorge tragen. Hohe Steuern und immer geringere Kupferausbeute aus den ärmer werdenden Erzlagerstätten trieb viele in den Ruin und führte zur Schließung der meisten Gruben im 18. Jh.

 

Im Jahre 1853 lebte der Erzabbau am Larzenbach kurzfristig wieder auf, die Kupfergewerkschaft „Larzenbach“ wurde gegründet und das Grubenfeld „Barbara“ in Angriff genommen.
1869 musste der Bergbau, einerseits aus finanziellen Gründen und andererseits wegen des vermehrt auftretenden, schlecht verhüttbaren Antimonfahlerzes, eingestellt werden. Außerdem
war das „neue“ Kupferbergwerk in Mühlbach am Hochkönig übermächtige Konkurrenz. So verschwand dieser Bergbau, der dem Ort den Namen gab im Dunkel der Geschichte.

 

Von 1989 – 1997 wurde in Privatinitiative und auf eigene Kosten oft unter sehr schwierigen Bedingungen der Bergbau von 6 Mineraliensammlern unter der Leitung vom
Bergmann Rainer Mrazek wiedergewältigt und schließlich für Besucher zugänglich gemacht.

Wer das Schaubergwerk besuchen möchte, findet hier aktuelle Öffnungszeiten >>> www.kupferzeche.at

BITTE WARME KLEIDUNG UND FESTES SCHUHWERK ANZIEHEN! Es ist kalt, nass und feucht in der Höhle!

 

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