Das Gebiet der Enns anno dazumal

Der Ennsfluss (anesus a. 1074, anasus a. 1093, später anisus) entspringt am Ennskraxenberg in einem Seitentale von Flachau, hieß einst eine Strecke vom Ursprung ab, etwa bis zur Bereinigung mit dem Pleislingbach (a. 1216 „amnis Plaesnich“), „Lützelenns“. Sie verlässt bei Altenmarkt die südnördliche Richtung und geht in westöstlicher bei Mandling aus dem Lande.

Wie Lipold sagt, beträgt der Lauf der Enns auf salzburgerischen Boden 16.200 wiener Klafter und das Gesamtgefälle 3072′. Bekanntlich teilt sie das Erzherzogtum Österreich in das Land ob und unter der Enns und fließt bei der Stadt Enns in die Donau.

Zwar nicht zum Ennsgebiete gehörig, aber geschichtlich, besonders kirchengeschichtlich damit verwandt und darum mit demselben zu beschreiben sind noch Teile von zwei anderen Tälern: das hintere Fritz- und Lammertal. Das hintere Fritztal zur Pfarre Altenmarkt und Filzmoos gehörig, zieht sich von der Pfarrgrenze von Hüttau in Windungen wohl über drei Stunden an die steirische Grenze zurück, wo am hohen Grumet 6552′ die Fritz entspringt. Das hinterste Lammertal mit dem Neugraben macht den größten Teil des Pfarrgebietes St. Martin aus. Dies ganze Gebiet grenzt östlich an Steiermark, südlich an Lungau, westlich ans Kleinarltal, St. Johann und Hüttau, nördlich an das Tennengebirg und die Abtenau. (…)

Beim ersten Überblick des salzburgischen Ennsgebiets versteht man, dass hier Wasserbauten nicht selten erforderlich sind. Unter Johann Jakob (a. 1560-86) war der Lauf der Enns derart schon in Unordnung, dass ihr anno 1577 vom Dandelierhof an bis zum Ennsgut ein neuer Furt angewiesen werden musste. Wie gleiche Arbeiten unter demselben Johann Jakob in Pinzgau, leiteten sie auch hier die Beamten des Bezirkes, der Pfleger Graf von Schernperg und der Urbarpropst J. Wülpendorfer, und wurde der alte Furt den Anrainern verteilt.

1643 richtete die Zauch arge Verheerungen an, weshalb unter der Leitung des Hofkammerrates und Oberstwaldmeisters Ludwig von Pflanzmann und des Baumeisters von Santini Solari Regulierungen des Baches, namentlich Überwerfung desselben vor dem Einfluss in die Enns geschahen, worauf der Pfleger und Oberst Joseph Ziurletti einige Werfbauten vornahm. Wieder anno 1689 brach die Zauch verwüstend aus, worauf die anliegenden Pfarrwidmungsgrundstücke verkauft und der Erlös als Kapital angelegt wurde. In Folge eines abermaligen Ausbruches des Wildbaches anno 1760 wurde sein Furt nach dem Plane Bischofmarschalls Freiherrn von Rehlingen und des Oberststraßenkommissärs Ceher wieder überworfen. Die Kosten mit einigen Ennsregulierungen betrugen 3339 fl., welche zu gleichen Teilen der Fürst, die Kirchen und Pfleggerichtggemeinde trugen. Auch wurde von HW ein Wasserbaufond pr. 700 fl. gestiftet und eine Damm- und Wasserbauordnung festggestellt, über deren Beobachtungen 2 Werfmeister wachen sollten.

Anno 1775 abermal Wasserbaukommission hier: Hofkammerrat von Keutschach und Bauverwalter Hagenauer. Über eine neue Verheerung 1803 erstattete das Pfleggericht ausführlichen Bericht, worauf Lederwasch von Tamsweg den Auftrag erhielt, eine Mappe des Tales auszuarbeiten, wovon bis 1808 schöngezeichnete 18 Blätter eingesendet wurden, aber das seltsame Projekt anregten, die Enns in die Fritz und  somit in die Salzach zu führen. Seitdem fanden zwar öfters Kommissionen statt, was aber geschah, taten meistens die Gemeinden selbst mit Hilfe des Baufondes. (…)

 

Mehr über die Enns und das salzburgerische Ennstal ist im „Handbuch des Pongaus“ nachzulesen.

Auszug aus dem „Handbuch des Pongaus“ von Joseph Dürlinger, 1867

 

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