Der Kameradschaftsbund verfolgt ideelle, soziale und humanitäre Ziele, bekennt sich zu demokratischen Grundsätzen und zur Republik Österreich, ist überparteilich, konfessionell ungebunden, gemeinnützig und nicht auf Gewinn ausgerichtet – so auch in Radstadt. Die Kameradschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, die von den Kriegsgenerationen übernommenen Traditionen hochzuhalten und fortzuführen. Dazu gehören vor allem auch die Pflege und der Erhalt der Kriegerdenkmäler, wie es in Radstadt am Stadtplatz steht.

Galt es in wirtschaftlich schweren Zeiten nach den beiden Weltkriegen Menschen zu unterstützen, die nicht einmal das Notwendigste zum Überleben hatten, so ist der heutige Kameradschaftsbund eine sozial orientierte Gemeinschaft. Sie sind eine Wertegemeinschaft, ein ganz bewusstes Gegenmodell zu einer immer egoistischer werdenden Gesellschaft, die den Einzelnen immer öfter im Regen stehen lässt.

 

Die Aufgaben mögen sich im Laufe der Jahrzehnte geändert haben,
doch der Grundgedanke blieb derselbe:
„Gelebte Kameradschaft und gemeinsam für den anderen da zu sein.“

 

Ein besonderes Anliegen der Kameradschaft Radstadt ist der soziale Aspekt, hier den Kontakt zu den älteren und kranken Kameraden zu pflegen. Die Kameradschaft Radstadt zahlt jährlich für jedes Mitglied in einen Sozialfond, der beim Bezirksverband Pongau, sowie im Salzburger Landesverband für Unterstützung unverschuldet in Not geratene Kameraden oder deren Angehörige eingerichtet sind, z.B. Katastrophenhilfe bei Hochwasser.

Mit über 500 Mitgliedern zählt die Kameradschaft Radstadt zu den größten Kameradschaften im Bezirk. Das Vereinsjahr ist geprägt von vielen Veranstaltungen und Ausrückungen zu diversen Anlässen, seien es festliche oder aber auch traurige Ausrückungen bei Begräbnissen eines verstorbenen Kameraden mit Fahne und Musik. Weiteres wird zu Geburtstagen, Hochzeiten und Jubiläen gratuliert.

Ein besonderes Fest wird jährlich jeden 1. Sonntag im Juli gefeiert, es ist dies das „Jahresfest der Kameradschaft“. Nach einem gemeinsamen Kirchgang, an der auch die Musik und Bürgergarde teilnimmt, wird am Kriegerdenkmal eine Gedenkfeier mit Kranzniederlegung abgehalten. Es finden auch Auszeichnungen und Ehrungen für verdiente Kameraden statt. Im Oktober findet alljährlich der wiederaufstrebende „Kameradschaftsball“ statt. Zudem sammeln die Kameraden für das Österreichische Schwarze Kreuz (ÖSK), das dringend finanzielle Mittel für die Errichtung, Erhaltung und Pflege von Soldatenfriedhöfen im In- und Ausland benötigt. Weitere Aktivitäten im Vereinsjahr sind noch die Abhaltung der Jahreshauptversammlung, Wandertag, Ausrückungen zu auswärtigen Festveranstaltungen, Gedenkfeier am Kriegerdenkmal zu Allerheiligen und am Heiligen Abend.

Aber auch der Sport kommt nicht zu kurz, wie Teilnahmen an Sportveranstaltungen im Sommer wie im Winter bei Landes- und Bezirksmeisterschaften in vielen Disziplinen zeigen, sei es das jährliche Eisschießen im Jänner, welches die Kameradschaft veranstaltet, oder am Bezirks-Asphaltschießen, Bezirksskifahren, Ennstal Eisschießen, Vereineturnier, etc. Rege Teilnahme besteht beim Milizschießen mit dem STG 77, wo auch schon der Landesmeister gestellt wurde.

 

Die Geschichte des Vereines:

1859 – Im Jahr der Schlacht von Solferino und der damit verbundenen Gründung des Roten Kreuzes im Jahr 1864, gründen Johann Fritzenwallner und Franz Pichler den Krieger- und Veteranen-Verein Radstadt-Altenmarkt mit Sitz in Altenmarkt. Er umfasst den Bereich Radstadt, Altenmarkt, Flachau und Taxen (Eben). Sein Zweck ist die Überliefung des Kameradschaftsgedankens an kommende Generationen, Unterstützung notleidender, alter und kranker Kameraden, Begleitung verstorbener Kameraden zur letzten Ruhe und die Mitwirkung bei kirchlichen Festen.

1866 – ein Unglücksjahr. Die verheerende Fackel des Krieges, obwohl sie das Salzburgerland nicht berührte – machte sich in anderer Hinsicht sehr fühlbar bemerkbar. Die Schulen wurden früher als gewöhnlich geschlossen, jedes Gemüt war in Aufregung. Von den Schulkindern wurden Massen von Charpie (=Verbandsmittel bei Wunden, das aus Fäden besteht, die man durch Zerzupfen von schmalen Leinwandstreifen gewinnt) gezupft für die Feldlazarette, Sammlungen wurden veranstaltet, alle Bewohner Radstadts, selbst noch zum Teil leidend in Folge des vorjährigen Brandes, taten ihr Möglichstes, um die Not der armen Krieger lindern zu helfen. Von den Männern, welche von der Stadtgemeinde Radstadt mit der Armee in den Krieg ziehen mussten, starb Rupert Brandl, Lederersohn, in der siegreichen Schlacht bei Custozza (in Venetien, südlich von Verona) am 24. Juni den schönen Tod für das Vaterland, von einer feindlichen Kugel getroffen (aus Ostermayer, Geschichte der Stadt Radstadt)

1874 – Der Verein erhält seine erste Fahne. Maria Kaswurm vom Wenghof in Land Radstadt, später Bäuerin am Lärchenhof, wird erste Fahnenpatin. Diese Fahne zeigt auf der einen Seite das Radstädter Stadtwappen, umrahmt von „Veteranen-Verein Radstadt und Altenmarkt“, sowie auf der anderen Seite den Doppeladler mit dem Wahlspruch „Mit Gott für Kaiser und Vaterland 1874“ und wird im Altenmarkter Heimatmuseum aufbewahrt.

1875 – erfolgt die Ummeldung des Vereines in „Veteranenverein Altenmarkt“.

1878 – gründet Obmann Johann Zwisler, Unterhaagmoosbauer und Gemeindevertreter von Land Radstadt, den „Militär-Veteranen-Unterstützungsverein Radstadt“, dem die Radstädter Kameraden beitreten.

Die weitere Geschichte und Entwicklung der Radstädter Kameraden könnt ihr hier lesen >>>

 

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