„Mein Name ist Hermann Strasser, geboren am 28. November 1941 in Altenmarkt im Pongau. Meine Eltern, Franz und Elisabeth Strasser, betreiben dort die Bahnhofsgastwirtschaft. 1947 komme ich in die Volksschule in Altenmarkt, von 1952 bis 1956 besuche ich die Hauptschule in Radstadt und danach geht es in die Handelsakademie nach Salzburg, die ich 1960 mit der Matura abschließe. Dann erfolgt das Studium der Volkswirtschaftslehre in Innsbruck und Berlin. 1967 werde ich promoviert. An der Universität Innsbruck, wo ich 1967/68 an einem Forschungsprojekt über Hochschulautonomie arbeite, lerne ich auch meinen lebenslangen Freund Alexander Van der Bellen kennen. Mit ihm trage ich so manche Pokerpartie aus. Aber weder er noch ich werden davon reich. Ein Fulbright-Stipendium ermöglicht mir ein Postgraduierten-Studium der Soziologie in den Vereinigten Staaten von Amerika, das ich mit dem amerikanischen Doktorat abschließe.

Davor wird geheiratet und eine vierjährige Hochzeitsreise in die U.S.A. angetreten, wo 1971 unsere Tochter Sandra geboren wird.
Auch in diesen Jahren begegne ich vielen interessanten Persönlichkeiten, bereise die USA und Europa und lande schließlich 1972 am Institut für Höhere Studien in Wien. Dort kommt auch unser Sohn Mark 1973 zur Welt. In den 1970er Jahren veröffentliche ich meine ersten Bücher über soziologische Theorie, sozialen Wandel und Wissenschaftssoziologie. Erste Bewerbungen sind erfolgreich und so nehme ich den Ruf auf eine ordentliche Professur für Soziologie an der damaligen Gesamthochschule Duisburg, heute Universität Duisburg-Essen, an.

Im April 1978 übersiedeln wir ins rheinländische Ratingen im Städtedreieck Duisburg, Düsseldorf und Essen. Die Besuche im Ennspongau brechen aber nicht ab, auch wenn der Verkauf meines Elternhauses nach dem Tod meiner Mutter 1985 für mich sehr schmerzlich ist.

Seit 2003 Schwieger-, 2004 Großvater, 2007 Emeritus. Die Besuche in der Heimat nehmen wieder zu, sogar eine Rückkehr wird überlegt. Ich treffe viele alte Freunde aus der Schulzeit, bei Klassentreffen, Vorträgen und Lesungen ebenso wie am Stammtisch, bei Dorffesten, auf Wanderungen und beim Schifahren. Viele Schulfreunde aus dem Ennspongau und Salzburg sowie Altenmarkter Nachbarn begleiten mich weiterhin auf meinem Lebensweg. Auch da bewahrheitet sich, dass Heimat nicht nur ein Ort ist, sondern auch und vor allem Menschen sind.

Nach meiner Emeritierung 2007 führe ich noch Forschungsprojekte zum bürgerschaftlichen Engagement durch, betreue weiter Doktoranden und schreibe, schreibe und schreibe. Nicht nur wissenschaftliche Aufsätze und Bücher, auch Biografien für Unternehmen und Persönlichkeiten. Nach meinen autobiografischen Kurzgeschichten „Gestatten, bestatten!“ von 2012 veröffentliche ich 2014 meine Autobiografie „Die Erschaffung meiner Welt: Von der Sitzküche auf den Lehrstuhl“. In ihr spielen meine Kindheit und Jugendzeit im Ennspongau eine zentrale Rolle. Nicht zuletzt deshalb gibt’s mi a, denn dort entsteht meine Welt. Ende 2016 schließe ich meine Lebensmitschrift der letzten zehn Jahre voraussichtlich unter dem Titel „Gesprächiges Schweigen eines Uhus: Altern – Selbstmord auf Raten?“ ab.

Nichts ist unmöglich, schon gar nicht im Ennspongau. 2042 will ich meinen 101. Geburtstag feiern und alle meine Freunde einladen. Nur wo, weiß ich noch nicht. Aber bitte schon einmal vormerken, auch wenn dann die ennspongauerische Botschaft lauten wird: Mi gibt’s a no!“

Email: hermann.strasser@uni-due.de
Buchlinks:
https://www.amazon.de/Die-Erschaffung-meiner-Welt-Sitzkueche/dp/150063025X/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1473142968&sr=8-2&keywords=hermann+strasser
https://www.amazon.de/Gestatten-bestatten-Siebzehn-abwegige-Kurzgeschichten/dp/3925348999/ref=sr_1_11?ie=UTF8&qid=1473783099&sr=8-11&keywords=hermann+strasser

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